Bundesschatz oder Festgeld? Die Rechnung nach Steuern
Stand 14. Okt. 2026 · Geprüft von der Redaktion Sparpuls
Was ist der Unterschied zwischen Bundesschatz und Festgeld?
Der Bundesschatz ist ein Wertpapier der Republik Österreich, Festgeld ist eine Einlage bei einer Bank. Laut Wertpapierbedingungen sind Bundesschatzscheine Inhaberwertpapiere [1], und die Republik Österreich ist ihre Schuldnerin [1]. Festgeld zählt dagegen zu den Einlagen, die ein Kreditinstitut zurückzahlen muss [2].
Für dich heißt das: Bei beiden legst du einen Betrag für eine feste Laufzeit an. Die AK Wien beschreibt es so: „Bei Bundesschätzen wird wie bei Festgeldkonten ein Einmalbetrag veranlagt, der Zinssatz ist fix auf die gewählte Laufzeit.“ [3] Unterschiedlich sind Steuer, Absicherung und der Weg zurück zu deinem Geld. Die Grundlagen findest du in Was ist der Bundesschatz? und in Tagesgeld oder Festgeld.
Warum zählt beim Vergleich der Zins nach Steuern?
Weil Bundesschatz und Festgeld unterschiedlich besteuert werden. Auf Zinsen aus dem Bundesschatz fallen 27,5 %[4] KEStKapitalertragsteuer. Auf Zinsen von Bankeinlagen sind das in Österreich 25 %. Österreichische Banken ziehen sie automatisch ab.Mehr im Ratgeber: Wie viel KESt auf Zinsen? Satz, Abzug und Steuererklärung an, auf Zinsen aus Festgeld 25 %[4].
Der Grund steht in EStG § 27a: Den Satz von 25 % gibt es nur für Geldeinlagen bei Kreditinstituten [5]. In allen anderen Fällen gelten 27,5 % [5]. Die AK Wien fasst es für den Bundesschatz zusammen: „Da es sich um Wertpapiere handelt, ist eine KESt von 27,5 Prozent zu zahlen, bei Sparzinsen sind es 25 Prozent.“ [3]
Für dich heißt das: Ein höherer Zins vor Steuern bringt nicht automatisch mehr NettoertragDer Zinsertrag nach Abzug der Steuern und Gebühren. Das ist der Betrag, der dir am Ende bleibt, und nach ihm reihen wir die Angebote.Mehr im Ratgeber: Frugalismus: Was dahintersteckt und was Sparen leistet. Die AK rät, beim Vergleich „immer die Nettorendite im Auge“ zu behalten [3]. Mehr zur Steuer auf Zinsen liest du in KESt auf Zinsen.
Bundesschatz oder bestes Festgeld: was bleibt nach Steuern?
Das hängt von den aktuellen Zinsen ab, die sich laufend ändern. Für 12 Monate gibt es derzeit beim Bundesschatz 2,85 %[6] und beim besten Festgeld 3,50 %[7], jeweils vor Steuern. Fehlt einer der beiden Werte, liegt uns dafür gerade kein aktueller Zins vor. Die aktuellen Konditionen siehst du dann im Vergleich für Bundesschatz und für Festgeld.
Die beiden Rechenbeispiele darunter rechnen mit demselben Betrag und ziehen jeweils die passende KESt ab: das erste mit dem Bundesschatz, das zweite mit dem besten Festgeld. Mehr bringt für diese Laufzeit die Variante, deren Rechenbeispiel den höheren Betrag nach Steuern zeigt.
| Betrag | Zinsen brutto | KESt | Zinsen netto |
|---|---|---|---|
| 10.000 € | 285,00 € | 78,38 € | 206,62 € |
Bester aktueller Zinssatz im Vergleich, Zinsen einmal im Jahr gutgeschrieben (bei Festgeld am Ende der Laufzeit), ohne Gebühren.
| Betrag | Zinsen brutto | KESt | Zinsen netto |
|---|---|---|---|
| 10.000 € | 350,00 € | 87,50 € | 262,50 € |
Bester aktueller Zinssatz im Vergleich, Zinsen einmal im Jahr gutgeschrieben (bei Festgeld am Ende der Laufzeit), ohne Gebühren.
Wie sieht es bei längeren Laufzeiten aus?
Bei längeren Laufzeiten ändern sich die Zinsen und beim Bundesschatz auch die Art der Zinsberechnung. Für 48 Monate gibt es derzeit beim Bundesschatz 3,10 %[6] und beim besten Festgeld 3,56 %[8]. Für 120 Monate sind es beim Bundesschatz 3,50 %[6] und beim besten Festgeld 4,25 %[9]. Fehlt ein Wert, liegt uns für diese Laufzeit gerade kein aktueller Zins vor.
Bei einer Zinsperiode bis 12 Monate rechnet der Bundesschatz ohne Zinseszins [1]. Bei einer Zinsperiode von mehr als 12 Monaten [1] gilt die Zinseszinsmethode [1], also ZinseszinsDie Bank schreibt die Zinsen deinem Konto gut. Ab dann werden sie selbst mitverzinst.Mehr im Ratgeber: Sparquote berechnen: Formel und Österreich-Vergleich. Deshalb zeigen wir für längere Laufzeiten kein Rechenbeispiel: Es würde anders rechnen als der Bundesschatz.
Die Kurve zeigt den besten aktuellen Zins je Laufzeit für Festgeld und Bundesschatz, und zwar vor Steuern.
- Festgeld
- Bundesschatz
| Laufzeit | Bester Zins |
|---|---|
| 3 Monate | |
| 6 Monate | |
| 9 Monate | |
| 1 Jahr | |
| 18 Monate | |
| 2 Jahre | |
| 3 Jahre | |
| 4 Jahre | |
| 5 Jahre | |
| 6 Jahre | |
| 7 Jahre | |
| 8 Jahre | |
| 9 Jahre | |
| 10 Jahre |
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Was ist sicherer: Haftung der Republik oder Einlagensicherung?
Beide sind auf verschiedene Art abgesichert: Festgeld über die Einlagensicherung, der Bundesschatz über die Republik Österreich als Schuldnerin. Welche Absicherung dir wichtiger ist, ist eine Abwägung, die die Quellen nicht für dich treffen.
Festgeld ist bis 100.000 €[11] pro Person und Bank durch die EinlagensicherungGesetzlicher Schutz deiner Einlagen, falls eine Bank ausfällt. In der EU gilt er bis 100.000 € pro Person und Bank, Länder ohne Euro legen den Betrag in ihrer eigenen Währung fest.Mehr im Ratgeber: Einlagensicherung in Österreich: Was geschützt ist gedeckt. Das ESAEG nennt Festgeldanlagen ausdrücklich als Einlagen [2] und deckt sie bis 100 000 Euro pro Einleger bei einem Mitgliedsinstitut [2].
Der Bundesschatz ist keine solche Einlage. Einlagen im Sinn von ESAEG § 7 sind Guthaben, die ein Kreditinstitut zurückzahlen muss [2], Schuldnerin des Bundesschatzes ist aber die Republik [1]. Die AK Wien schreibt: „Bundesschätze sind Wertpapiere – daher gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung wie beim Sparbuch.“ [3]
Dafür haftet die Republik Österreich direkt [3]. Laut Wertpapierbedingungen sind Bundesschatzscheine direkte, unbesicherte, unbedingte und nicht nachrangige Verpflichtungen der Republik [1]. Mehr zur Absicherung von Bankeinlagen findest du in Einlagensicherung in Österreich.
Was passiert, wenn du das Geld vorher brauchst?
Beim Bundesschatz kannst du vorzeitig aussteigen, bei Festgeld manchmal gar nicht oder nur mit Zinsverlust. Die Wertpapierbedingungen geben dir das Recht, den Rückkauf der Bundesschatzscheine zu 100 % des Nennwertes zum nächsten Zinsfälligkeitstag zu verlangen [1]. Ein Teilrückverkauf ist erst ab EUR 100 Nennwert möglich [1].
Laut AK Wien kostet der vorzeitige Ausstieg [3]: Für jeden verbleibenden Monat der gewählten Laufzeit werden 0,05 Prozent vom Zinssatz abgezogen [3]. Im Beispiel der AK zahlt, wer einen einjährigen Bundesschatz mit drei Prozent nach neun Monaten auflöst, für die drei restlichen Monate 0,15 Prozent Liquiditätskosten [3].
Bei Festgeld hängt es vom Vertrag der Bank ab. Die AK warnt, dass die Kündigung vertraglich ausgeschlossen sein kann und eine mögliche Kündigung zu Verlusten beim Zinsertrag führt [12]. Für dich heißt das: Lies vor dem Abschluss die Kündigungsbedingungen. Angebote mit ihren Bedingungen findest du im Festgeld-Vergleich.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Bundesschatz?
Das zeigt die Rechnung nach Steuern. Beim Bundesschatz gilt ein höherer KESt-Satz als bei Festgeld, daher zählt der Ertrag nach KESt und nicht der Zins vor Steuern. Dazu kommen Unterschiede bei der Absicherung und beim vorzeitigen Ausstieg.
Wie hoch ist die KESt auf Zinsen aus dem Bundesschatz?
Laut AK Wien 27,5 Prozent, weil Bundesschätze Wertpapiere sind. Für Sparzinsen sind es 25 Prozent.[3]
Ist der Bundesschatz durch die Einlagensicherung gedeckt?
Nein. Bundesschätze sind Wertpapiere, daher gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung wie beim Sparbuch. Schuldnerin ist die Republik Österreich.[3]
Kann ich den Bundesschatz vorzeitig auflösen?
Ja, laut AK Wien ist ein vorzeitiger Ausstieg möglich, kostet aber. Für jeden noch verbleibenden Monat der gewählten Laufzeit werden 0,05 Prozent Liquiditätskosten vom Zinssatz abgezogen.[3]
Bundesschatz oder Sparbuch: was ist vergleichbar?
Laut AK Wien ist der Bundesschatz am ehesten mit Festgeldkonten oder Festgeldsparbüchern vergleichbar. Auch hier zählt beim Vergleich der Ertrag nach KESt.[3]
Wie rechnet der Bundesschatz bei langen Laufzeiten?
Bei einer Zinsperiode von mehr als 12 Monaten rechnet der Bundesschatz laut Wertpapierbedingungen nach der Zinseszinsmethode.[1]
Quellen
- Wertpapierbedingungen Bundesschatz, Republik Österreich, abgerufen am 13. Okt. 2026
- ESAEG § 7, RIS, abgerufen am 14. Okt. 2026
- Bundesschätze, Arbeiterkammer Wien, abgerufen am 14. Okt. 2026
- Steuersatz laut Gesetz, Stand 7. Okt. 2026
- EStG 1988 § 27a, RIS, abgerufen am 14. Okt. 2026
- Sparpuls-Vergleich, Stand 13. Okt. 2026
- Sparpuls-Vergleich, Stand 26. Okt. 2026
- Sparpuls-Vergleich, Stand 26. Okt. 2026
- Sparpuls-Vergleich, Stand 26. Okt. 2026
- Sparpuls-Vergleich Festgeld, Stand 25. Okt. 2026
- Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. (ESA), Stand 8. Okt. 2026
- AK-Test Sparzinsen, Arbeiterkammer Wien, abgerufen am 13. Okt. 2026
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